Die drei „xia“: Von Mao bis Jiang

In China gibt es folgende populäre Redensart:

毛泽东下乡
邓小平下海
江泽民下岗

Unter Mao Zedong gehen die Leute aufs Land
Unter Deng Xiaoping gehen die Leute ins Meer
Unter Jiang Zemin gehen die Leute vom Posten

Mao, Deng und Jiang repräsentieren die erste, zweite und dritte Führungsgeneration in China. 胡锦涛 Hu Jintao steht für die vierte Führungsgeneration. Für dessen Amtszeit gibt es noch kein 下 xia.

Zur Zeit 毛泽东 Mao Zedongs wurden viele Rechtsabweichler, Intellektuelle usw. aufs Land geschickt (下乡), um dort von den Bauern zu lernen.

Ins Meer gehen (下海), was zur Zeit von 邓小平 Deng Xiaoping anfing, bedeutet in seiner neueren Bedeutung im Chinesischen, dass Menschen ihre Arbeit aufgeben und selbständig werden.

江泽民 Jiang Zemin dagegen hat die Menschen vom Posten entlassen. Unter ihm hat die Umstrukturierung der staatseigenen Betriebe begonnen, in dessen Folge viele Menschen ihre Arbeit verloren haben. Die Arbeit verlieren ist die Bedeutung von 下岗 xia gang.

Dies sind die drei „xia“: 下乡, 下海, 下岗

Das narzißtische Streben im Buddhismus

Der Buddhismus lehrt als Quelle allen Leidens den Glauben an ein beständiges Selbst, Seele, Ego (Samyutta Nikaya 12, 35). Sobald die Empfindung eines solchen Ichs auftritt findet zwangsweise eine Trennung zwischen Subjekt und Objekt statt. Es wird ein Dualismus herbeigeführt, der auf Künstlichkeit beruht. Diese Unterscheidung ist zwar in gewissen Bereichen unerläßlich, in anderen führt sie jedoch zum Leiden.

Der Buddhismus unterscheidet daher eine konventionelle (vohāra-sacca) und eine absolute Wahrheit/Realität (paramattha-sacca). Der Buddha unterscheidet im konventionellen Sinne sein Selbst von dem Anderer, aber im absolutem Sinne weiß und fühlt er, dass dies ein Trugschluß ist. Die Psychotherapie spricht vom narzißtischem Streben, welches der Durst nach einem festen Selbstbild ist (Epstein, 1996, S. 69). Es ist das Verlangen nach Sicherheit, wo immer sie auch zu finden sein mag. Doch der Buddha hat erkannt, dass dieses Streben nicht durch unsere Natur befriedigt werden kann, denn, wir sind bezogen auf ein festes Selbstbild, dem beständigem Selbst/Ego, wesenslos. Der Glaube an ein beständiges Selbst lenkt uns ab von unserem Dilemma und perpetuiert die existentielle Unzufriedenheit, die sie lindern sollte. Der Buddha wurde während seiner Lebenszeit häufig kritisiert als jemand „der die Vernichtung des Selbst lehrt“. Der Buddha erwiderte, er würde weder die Vernichtung, noch Unterdrückung oder Leugnung eines Ich lehren, denn dieses Ich hat niemals bestanden. Auf Grund dessen geht es in der buddhistischen Philosophie nicht um das Besiegen des Ego, sondern philosophisch gesprochen um das Erkennen der Nicht-Existenz eines Ego. Solange dieser Glaube besteht, besteht meiner Ansicht nach auch das narzißtische Streben weiter, auch wenn es bei einigen Personen nur in stark abgeschwächter Form weiter besteht.

Der Mensch vergleicht nun (wahrscheinlich unbewußt) sein tatsächliches Selbstbild mit dem Idealbild, welches das narzißtische Streben als Glück vorgibt, und aus dieser Diskrepanz heraus entsteht Leiden. Man versucht die beiden Polen einander anzunähern. Dies mündet teilweise im Bestreben es durch materielle Güter auszugleichen, es entsteht Begierde (lobha). Oder durch Ablehnung bestimmter Sachen, in einigen Fällen auch sich selbst, dies führt zu Haß (dosa). Die Aufhebung des Ichglaubens führt zur Aufhebung des narzißtischen Strebens. Man erkennt seine Gleichheit mit Anderen. Es gibt keinen existentiellen Unterschied zwischen mir und dir. Der Buddha lehrt, der Mensch besteht lediglich aus (fünf Gruppen, khandha): Körper (rupa), Gefühlen (vedāna), Wahrnehmungen (sannā), Geistesformationen (sankhāra) und Bewußtsein (vinnāna). Diese Gruppen verändern sich in jedem Augenblick, so dass der Mensch selbst ständig im Wandel ist. Was sich ständig wandelt hat keinen Kern, der einen festen Gegenpunkt zu Anderen bildet. Nyanatiloka schreibt in seinem ‘Buddhistischem Wörterbuch’:

Unser sogenanntes individuelles Dasein ist in Wirklichkeit nichts weiter als ein bloßer Prozeß, der seit undenkbaren Zeiten schon vor unserer Geburt im Gange war und der auch nach dem Tode sich noch für undenkbar lange Zeitperioden fortsetzen wird. Diese 5 Daseinsgruppen aber bilden, weder einzeln noch zusammengenommen, irgend eine in sich geschlossene wirkliche Ich-Einheit oder Persönlichkeit, und auch außerhalb derselben existiert nichts, was man als eine für sich unabhängig bestehende Ichheit bezeichnen könnte, sodaß eben der Glaube an eine im höchsten Sinne wirkliche Ichheit, Persönlichkeit usw. eine bloße Illusion ist (Nyanatiloka, 1989, S. 106-107).

Tomoyuki’s Farewell Poem in Praise of the Buddhist Law

Forty-two years have I lived
In the mortal sphere of nonaction.
Heaven and earth disappear
As now I bid farewell to life.

(Taiheiki 太平記, zit. nach McCullough, 2003, S. 95)

Suketomo’s Farewell Poem in Praise of the Buddhist Law

The five skandhas have formed this transient shape
Whose four elements return now to true being;
I hold my neck against the naked blade -
The cutting is like a gust of wind.

(Taiheiki 太平記, zit. nach McCullough, 2003, S. 47)

Kunst des Schlafzimmers im Daoismus

Der Taoist vom Grünen Büffel sprach: ‘Wenn ein Mann fortgesetzt die Frauen wechselt, mit denen er verkehrt, wird sein Nutzen davon groß sein. Wenn man in einer Nacht mit mehr als zehn Frauen kopulieren kann, ist es das Beste. Wenn man immer mit ein und der selben Frau kopuliert, wird ihre Lebensessenz allmählich schwächer werden, und am Ende wird sie nicht mehr in einem geeigneten Zustand sein, um dem Mann zu nützen. Außerdem wird die Frau selber davon ausgezehrt (Fangneiji 房内记, zit. nach Fiedeler, 2003, S. 159-160).

Vom Geist geführt die Dinge sind

Vom Geist geführt die Dinge sind,
Vom Geist beherrscht, vom Geist gezeugt.
Wenn man da lautern Geistes spricht
Und lautern Geistes Werke wirkt,
Dann folget einem Freude nach
Gleichwie der Schatten, der nicht weicht.

(Dhammapada Vers 1, zit. nach Bercholz, Chödzin, 1994, S. 92)